Ein besonderes Weihnachtsgeschenk für Freunde der Harry Potter Romanreihe ist das neue Buch „Harry Potter and the Cursed Child“ bzw. der deutsche Titel „Harry Potter und das verwunschene Kind“.
J. K. Rowling ist immer für eine Überraschung gut. Vor wenigen Jahren erst erschien der siebte und vermeintlich letzte Band der berühmten Romanreihe, zusammen mit dem Versprechen, die Geschichte des Zauberlehrlings und seines Kampfes gegen den dunklen Lord sei nun an ihr Ende gelangt, da erscheint auf einmal eine Fortsetzung der Geschichte.
Harry Potter and the Cursed Child, zu deutsch Harry Potter und das verwunschene Kind, ist eigentlich kein Buch, sondern ein Theaterstück von Jack Thorne, das nun auch als Skript zu kaufen ist. Erwartungsgemäß begann kurz nach Ankündigung ein Run auf die Tickets, die sogar die Webseite der großen Ticketbroker zusammenbrechen lies. Doch wird das Werk diesem Hype wirklich gerecht? Wir haben den Test gemacht.
Zuallererst in anzumerken, dass die neue Erzählform ganz gewiss eine Umstellung für den Leser bedeutet. Ein Skript ist eben kein Roman, was sich dem Leser auch sehr schnell erschließt – Statt langen Beschreibungen von Umgebung und Atmosphäre gibt es kurze, prägnante Dialogzusammenfassungen. Nach einer gewissen Umgewöhnungsphase liest sich der neue Band jedoch relativ flüssig.
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Die neue Generation
Es sind 19 Jahre seit dem Kampf zwischen Harry und Voldemort vergangen, und die Welt hat sich verändert. Genauer gesagt, die Charaktere, den Harry und Konsorten sind um einiges älter geworden. Die Geschichte dreht sich um Albus Severus, den Sohn von Harry Potter und Hermine Granger, und Scorpius Malfoy, den Sohn von Draco Malfoy.
Also eine Konfrontation zwischen zwei Erzfeinden? Mitnichten. Die Söhne der beiden Erzrivalen sind enge Freunde. Nicht die einzige Veränderung, denn Harry Potter ist für Fans kaum noch wiederzuerkennen: Aus dem Jungen ist ein Vater geworden, der sich rührend um seine Kinder sorgt – und dabei, wenn auch ungewollt, viel Porzellan zerschlägt.
Über die Geschichte an sich sei hier nicht zu viel verraten, nur so viel: Es geht um Zeitreisen. Denn nicht alle dunklen Zauberer haben die Hoffnung aufgegeben, Lord Voldemort jemals wiederzusehen…
Schnell gelesen, schnell vergessen: Ein Buch (nur) für Fans
Leider geht dieser radikale Schnitt nicht spurlos am Buch vorbei. Auf der Bühne mögen die neue Abenteuer von Albus und Scorpius Magie entfalten, in Schriftform verschwindet der Zauber leider genauso schnell, wie er gekommen ist. Zu wenig gelang es uns, in das Werk einzutauchen, wie früher zu den guten, alten Potterzeiten.
So ist Harry Potter and the Cursed Child zwar flüssig zu lesen, bietet aber zu wenig Magie, zu wenig Buchcharakter, um wirklich eine Verbindung zur Geschichte herzustellen. Und so ist für einigermaßen geübte Leser in weniger als zwei Stunden der Spaß auch genauso schnell wieder vorbei, wie er gekommen (oder eben nicht gekommen) ist.
Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die eher auf der Bühne genossen werden sollte. Für echte Fans allerdings ein absolutes Muss auf dem Gabentisch.